Ein Kind mit Behinderung wird erwartet
Wozu dient psychosoziale Betratung?
Paare, die ein Kind erwarten freuen sich darauf Eltern zu werden. Die zukünftigen
Mütter gehen zur Vorsorgeuntersuchung und vorgeburtlichen Diagnostik. Sie
möchten wissen, daß mit ihrem Kind alles in Ordnung ist.
Und wenn nicht...?
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Beratungsstelle LYDIA, Berlin
Sozialdienst katholischer Frauen
Dipl.-Psych. Anke Fricke
Selchower Str. 11
12049 Berlin
Tel.: 030 - 281 41 85
Fax: 030 - 4467 88 99
www.skf-berlin.de
lydia@skf-berlin.de
außerdem: Trauerbegleitung nach Verlust des Kindes, Fehlgeburt und
Abbruch
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Eltern, die im Rahmen der Diagnostik (tripple test, Nackentransparenzmessung,
Fruchtwasseruntersuchung, Chorionzottenbiopsie) von chromosomalen Veränderungen
bei ihrem Kind erfahren, müßen häufig in kürzester Zeit
Entscheidungen von großer Tragweite treffen. Die Informationen über
ihr Kind haben Auswirkungen, die nicht immer vorhersehbar sind. Die geistige
Entwicklung eines Ungeborenen ist beispielsweise nur begrenzt vorhersagbar.
Den Eltern wird der medizinische Befund durch ein Fachärzteteam in seiner
gesamten Tragweite erläutert. Die zu erwartende Behinderung eines Kindes
kann dabei so schwer wiegen, daß sich die Eltern gezwungen sehen ihre
momentane Situation auf der einen Seite und ihr zukünftiges gemeinsames
Leben mit einem behinderten Kind auf der anderen Seite gegeneinander abzuwägen.
In diesem Prozeß geraten sie in ein Dilemma. Manchmal erscheinen beide
Wege - mit ihrem Kind zu leben oder die Schwangerschaft abzubrechen - nicht
beschreitbar. Trotzdem wird eine Entscheidung von ihnen gefordert. Eine tragfähige
Konfliktlösung, mit der die Eltern nicht nur in den ersten Wochen sondern
auch zukünftig leben können muß getroffen werden. Hier besteht
die Möglichkeit neben der medizinischen Aufklärung eine psychosoziale
Beratung in Anspruch zu nehmen. Diese Beratung ist im Gesetz verankert und kann
von werdenden Eltern in Anspruch genommen werden.
Sicher haben die meisten von ihnen Freunde, Eltern und Bekannte. Mit deren Unterstützung
werden sie versuchen eine Entscheidung zu finden, die sie tragen können.
Dabei ist zu bedenken, daß diese nahe stehenden Personen und vor allem
der zukünftige Vater des Kindes von eigenen Ängsten und Erwartungen
geprägt sind. Daher geben diese Bezugspersonen manchmal nicht die notwendige
Hilfestellung in diesem schwierigen Entscheidungsprozeß.
Auch in der ersten Krise nach der Mitteilung der Diagnose kann es hilfreich
sein eine geschulte Fachkraft (Beraterin) an der Seite zu haben. Sie fängt
die Eltern in ihrem ersten Schock auf, kann das Informations- und Emotionschaos
in dem sich die Eltern häufig fühlen strukturieren und Ruhe in die
Situation bringen. Mit ihrem klaren Blick von außen führt und begleitet
sie die Eltern durch den Diagnose und Entscheidungsprozeß. Dadurch finden
die Eltern häufig zu ihren Fragen zurück, die sie an den Arzt richten
wollen. In der Situation der Diagnosemitteilung sind sie häufig so aufgeregt,
daß sie aus dieser Streßsituation heraus nicht alle Informationen
aufnehmen und verarbeiten können. Die Fachkraft unterstützt den Entscheidungsprozeß
der Eltern, indem sie mit ihnen die psychische und soziale Tragweite des Befundes
erörtert. Die medizinischen Informationen werden mit der persönlichen
Situation der Eltern in Beziehung gesetzt. Die Möglichkeiten und Grenzen
der Eltern mit einem behinderten Kind zu leben, so weit das gedankliche vorweg
zu nehmen ist, werden besprochen. Beraterinnen aus kirchlichen Beratungsstellen
können dabei Hilfen zur Unterstützung der Eltern aufzeigen. Die Eltern
darin zu unterstützen Stück für Stück Klarheit über
eine Entscheidung zu gewinnen ist das Ziel der Beratung. Psychosoziale Beratung
steht den Eltern vor, während und nach der vorgeburtlichen Diagnostik zur
Verfügung.
Diese Beratung wird in den Schwangerschaftsberatungsstellen von kirchlichen
Trägern - Sozialdienst kath. Frauen e.V., Caritasverband e.V., Diakonisches
Werk , AWO - den staatlichen Schwangerschaftsberatungsstellen und profamilia
angeboten.
Dipl.-Psych. Anke Fricke, Beratungsstelle LYDIA Berlin